371-Zahl des Monats im September 2021


Jeden Monat darf CHEMNITZ in ZAHLEN 1800 Zeichen für die "Zahl des Monats" im 371 Stadtmagazin beisteuern. Der am Anfang September veröffentlichte Artikel ist etwas kürzer als das gelieferte Original, außerdem muss er ohne Grafiken und Links auskommen.


75,1 %

...betrug die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017 in Chemnitz. Frank Heinrich (26 %) gewann knapp vor Nico Köhler (24 %) und sicherte sich zum dritten Mal seit 2009 sein Direktmandat. Bei den Zweitstimmen trennten CDU (25 %) und AfD (24 %) weniger als 1 %, die Linkspartei holte 19 % der Stimmen, die SPD 12 %, die FDP 8 %, die GRÜNEN 5 %.

 

Auch 2021 sind wieder knapp 189.000 Chemnitzer und Chemnitzerinnen zur Wahl aufgerufen. Es stehen 13 Direktkandidaten bei der Erststimme und 22 Parteien für die Zweitstimme zur Auswahl. Neben der Briefwahl kann auch dieses Jahr wieder in 143 Wahllokalen gewählt werden.

 

Erfahrungsgemäß schwankt die Wahlbeteiligung in den Chemnitzer Stadtteilen sehr stark. 2017 verzeichneten die Wahllokale in Adelsberg, Euba und Erfenschlag die höchste Wahlbeteiligung (83 bis 84 Prozent, ohne Briefwähler), die wenigsten Urnenwähler wurden in den Heckert-Gebiet-Stadtteilen Morgenleite und Hutholz, im Zentrum und auf dem Sonnenberg gesichtet (weniger als 60 Prozent). Traditionell ist die Wahlbeteiligung am Stadtrand deutlich höher als in der Kernstadt.

 

Wem der Weg ins Wahllokal am Wahlsonntag zu weit ist, dem ist die Briefwahl zu empfehlen. Im Jahr 2017 wurden 25 % der Stimmen via Briefwahl abgegeben. Im Corona-Zeitalter wird sich dieser Wert deutlich erhöhen. Bei der Oberbürgermeister-Wahl im vergangenen Herbst gingen bereits knapp 38 Prozent (1. Wahlgang) bzw. 42 Prozent der Stimmen (2. Wahlgang) per Post ein.

 

Aber zurück zum Ausgangswert: sollten am 26.09. mehr als 150.000 Chemnitzer gewählt haben, könnte die höchste Wahlbeteiligung im 21. Jahrhundert in Chemnitz registriert werden. Seit der Jahrtausendwende gab in Chemnitz fünf Bundestagswahlen, bei denen die Wahlbeteiligungen immer zwischen 66 % und 76 % gelegen hatten.

 

Aus heutiger Sicht nicht zu erreichen, scheint die Wahlbeteiligung der Wahl von 1998 zu sein. Damals wählten mehr als 82 % der Chemnitzer und Chemnitzerinnen – Rot-Grün gewann die Wahl, Gerhard Schröder wurde Bundeskanzler und löste Helmut Kohl ab. Diese Wahl ist die Wahl mit der höchsten Wahlbeteiligung in Chemnitz seit der Wiedervereinigung 1990 gewesen.

Quellen:

1. Stadt Chemnitz – Amt für Informationsverarbeitung, Abt. Statistik, Wahlen: Bundestagswahl 2017: Endgültige Ergebnisse.

2. https://www.bundeswahlleiter.de/bundestagswahlen/1990.html