Struktur und Zahl der Haushalte in Chemnitz

Die Zahl und Struktur der Haushalte als zentrales Maß der Wohnraumnachfrage wird (neben der Gesamtbewohnerzahl) durch die Zuwanderung nach Chemnitz, die Wegzüge aus der Stadt sowie durch Geburtenzahlen und Sterbefälle beeinflusst. Die Abt. Statistik und Wahlen des Amtes für Informationsverarbeitung der Stadt Chemnitz ermittelte für das Jahr 2020 (31.12.) einen Wert von 132.630 Haushalten in Chemnitz – der Wert wird näherungsweise berechnet, wobei das Verfahren der „Haushaltegenerierung“ durch Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Da die Methode jedoch seit Jahren identisch durchgeführt wird, sind Vergleiche möglich: Demnach hatte sich – nach Jahren der Stagnation bei 127.000 – beginnend ab 2010 die Anzahl der Haushalte bis Ende 2018 um mehr 6.000 bzw. 5 % erhöht. Im Jahr 2019 verringerte sich die Zahl der Haushalte (erstmals wieder) um 500, nachdem sie zuvor neun Jahre hintereinander gewachsen war. Infolge des Bevölkerungsverlustes im Corona-Jahr 2020 setzte sich der Rückgang auch 2020 fort: die Zahl der Haushalte schrumpfte um weitere 380 auf 132.630. Auch für das Jahr 2021 ist mit einem deutlichen Rückgang des Haushaltezahl (Minimum: mittlerer dreistelliger Wert) zu rechnen.



Die 132.630 Haushalte in Chemnitz (Stand 31.12.2020) weisen eine durchschnittliche Personenanzahl von 1,8 Personen auf. 49 % der Chemnitzer Haushalte werden von einer Person bewohnt, weitere 32 % von genau zwei Personen, 10 % von drei Personen und 9 % von vier und mehr Personen. Absolut betrachtet existieren in Chemnitz somit knapp 25.200 Haushalte mit mindestens drei Bewohnern bzw. 22.730 Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren. Aus ihnen speist sich das Nachfragepotenzial nach großen Wohnungen mit mindestens drei, teilweise aber auch vier oder gar fünf Räumen. In den suburbanisierten Rand-Stadtteilen mit vielen Eigenheimen liegt die durchschnittliche Haushaltsgröße bei über 2,0 Personen – je näher man sich dem Zentrum nähert, desto kleiner werden die Haushalte.



Haushaltsstrukturen in den Stadtteilen

Die Bevölkerungs- und Haushaltsstrukturen weichen innerhalb der Stadtteile teilweise deutlich vom gesamtstädtischen Wert ab. In Abhängigkeit von den Wohnrealitäten in den Stadtteilen (z. B. Bausubstanz, Eigentumsquote, Lage), aber auch von historischen Komponenten (z. B. Jahr/Jahrzehnte der Baufertigstellung) weisen einzelne Stadtteile besondere Bevölkerungs- und Haushaltsmilieus auf. Vor allem das (Durchschnitts-)Alter der Bewohner hat großen Einfluss auf die Zusammensetzung der Haushalte. Stadtteile wie das Yorckgebiet, Kapellenberg oder die Stadtteile im ehemaligen Fritz-Heckert-Gebiet weisen einen hohen Altersdurchschnitt und damit kleine Haushaltsgrößen auf. Große kinderreiche Haushalte finden sich vor allem in innerstädtischen Gründerzeitquartieren und in den suburbanisierten, ländlichen Stadtteilen mit hoher Einfamilienhaus-Quote. Rein quantitativ betrachtet (Stand 31.12.2020) leben die meisten Familien (d. h. Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren) auf dem Kaßberg (2.010), dem Sonnenberg (1.610), in Schloßchemnitz (1.520), im Zentrum (1.340) und in Gablenz (1.250).