[aktualisiert am 04.06.2026]
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Stand und Entwicklung in Chemnitz
37.955 Ausländer (Menschen mit nicht-deutscher Staatsbürgerschaft) wohnten am 31.12.2025 in Chemnitz. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung in Chemnitz lag somit bei 15,1 Prozent.
Sowohl Zahl als auch Anteil der ausländischen Bewohnerschaft sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Verzeichnete Chemnitz im Jahr 2000 einen Ausländeranteil von 2,2 % und 2010 einen Wert von 3,0 %, so stieg dieser Wert vor allem im Zuge der Asyl- und Flüchtlingskrise 2015/2016 von 4 % auf 7 % an. Danach schwächte sich das Wachstum wieder ab. In absoluten Zahlen gesprochen: 2011 lebten in Chemnitz 7.357, fünf Jahre später (Ende 2016) waren es 16.847. Ende 2021 lag die Zahl der ausländischen Bevölkerung bei inzwischen knapp 23.000.
Infolge des Russland-Ukraine-Krieges erhöhte sich die Zahl der Ausländer in Chemnitz in den Jahren 2022/2023 stark und übersprang zur Jahreswende 2022/2023 die 30.000er Marke, lag Ende 2023 bei knapp 35.000 und damit rund 12.000 höher als Anfang 2022. Im Kalenderjahr 2024 wuchs die Zahl um weitere rund 2.100 Personen an, 2025 stieg sie um +1.000 an.
Hinweis: Bei der groben Differenzierung der Bewohnerschaft in "Deutsche" und "Ausländer" wird die Gruppe der Personen mit mehreren Staatsbürgerschaften nur unzureichend beleuchtet.
Am 31.12.2024 wies Chemnitz (damals 251.699 Einwohner)
- 209.946 Einwohner mit ausschließlich der deutschen Staatsbürgerschaft (83,4 % der Chemnitzer Gesamtbevölkerung)
- 36.955 Einwohner ohne deutsche Staatbürgerschaft (sog. „Ausländer“; 14,7 % der Chemnitzer Gesamtbevölkerung)
- 4.798 Personen mit mehreren Staatsbürgerschaften (darunter der deutschen Staatsbürgerschaft; 1,9 %) auf.
Personen mit mehreren Staatsbürgerschaften, darunter der deutschen, werden nicht als „Ausländer“, sondern als Deutsche gezählt. Sie fließen somit nicht in die Berechnung des Ausländeranteils mit ein.
[2023] Die ausländische Bevölkerung in den Stadtteilen von Chemnitz
Blick man auf die 39 Stadtteile, so fällt auf, dass die ausländische Bevölkerung stark ungleich verteilt auf dem Stadtgebiet wohnt und vor allem innerstädtisch bzw. in den zentrumsnahen Stadtteilen zu finden ist. Die meisten Nicht-Deutschen leben im Stadtteil Zentrum (6.182; Stand 31.05.2023), auf dem Sonnenberg (4.409) und in Bernsdorf (3.572). Addiert man die ausländische Bevölkerung vom Kaßberg und Schloßchemnitz hinzu, so wohnen 57 % aller Nicht-Deutschen in Chemnitz in diesen fünf Stadtteilen. Die höchsten Ausländeranteile an der Stadtteilbevölkerung sind im Zentrum (40 %), in Furth (33 %), Bernsdorf (26 %) und dem Sonnenberg (26 %) zu finden - „ausländisches Wohnen“ in Chemnitz beschränkt sich in den allermeisten Fällen auf Stadtteile mit hohen Mietwohnungsbeständen. Durch Zuzug aus der Ukraine haben sich auch die Ausländeranteile im Süden von Chemnitz im Fritz-Heckert-Gebiet (Helbersdorf, Morgenleite, Markersdorf, Hutholz) spürbar erhöht. In den Stadtrand-Stadtteilen mit hohen Eigentümeranteilen liegen die Werte bei 0 bis 2 %.
Beim ausländischen Wohnen in Chemnitz und beim Blick auf die Stadtteile muss man die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen berücksichtigen. Am TU Chemnitz-Standort Bernsdorf bspw. wohnen viele ausländische Studierende (die TU Chemnitz hat einen Anteil von mehr als 30 % ausländische Studenten); im Stadtteil Zentrum, aber auch in Furth und auf dem Sonnenberg wohnen vielen Personen mit "asylbezogenem Zuwanderungshintergrund" (offizieller Wortlaut der Stadt Chemnitz) und neuerdings auch viele ukrainische Geflüchtete. Dazu kommt im Stadtteil Ebersdorf die Asylbewerber-Erstaufnahme-Einrichtung des Freistaates Sachsen (Adalbert-Stifter-Weg), die dort - sofern die Wohnheime dort stark ausgelastet sind - für einen relativ hohen Ausländeranteil sorgt. Grob lässt sich sagen, dass viele Asylbewerber und Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach Chemnitz gekommen sind, in Wohnungen der kommunalen Wohnungsgesellschaft "Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft m.b.H." (GGG) eingezogen sind. Chemnitzer Wohnungsgenossenschaften waren hier deutlich zurückhaltender. Entsprechend unterschiedlich gestalten sich die Ausländeranteile selbst in innerstädtischen Stadtteilen. Ukrainische Geflüchtete haben sich homogener (weniger segregiert) im Stadtgebiet verteilt und bilden in mehr als der Hälfte der Chemnitzer Stadtteile die größte Gruppe der ausländischen Bevölkerung (mehr Details zur Verteilung der ukrainischen Bevölkerung in Chemnitz).
[2023] Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung in Chemnitz
Die Herkunftsländer der ausländischen Bevölkerung in Chemnitz sind so vielfältig wie das Leben. Die Statistik der ausländischen Bewohnerschaft zählte Ende 2023 34 Länder mit einer mindestens dreistelligen Zahl an Menschen, die in Chemnitz leben (insgesamt 50 Länder mit mindestens einer zweistelligen Zahl an in Chemnitz wohnenden Menschen).
Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und den daraus resultierenden Flüchtlingsbewegungen hat sich die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung in Chemnitz stark geändert. Ende 2023 wohnten mehr als 8.000 ukrainische Staatsbürger in Chemnitz - Daten zur Situation der ukrainischen Flüchtlinge in Chemnitz finden sich hier. Die TOP 3-Staatsbürgerschaften unter den knapp 37.000 Ausländern in Chemnitz waren Stand 31.12.2023 Ukraine (ca. 8.200), Syrien (ca. 3.800) und Afghanistan (ca. 1.900).
Die TOP 18 Herkunftsländer (im Sinne der Staatsangehörigkeit) in Chemnitz waren Ende 2023 (Stand 31.12.2023):
- Ukraine (8.199)
- Syrien (3.815)
- Afghanistan (1.966)
- Rumänien (1.810)
- Indien (1.452)
- Tschechien (1.225)
- Russland (1.201)
- Vietnam (1.069)
- Polen (962)
- Ungarn (929)
- China (893)
- Türkei (785)
- Irak (636)
- Slowakei (630)
- Pakistan (598)
- Bulgarien (504)
- Lettland (361)
- Italien (326)
[Hinweis: die aufgeführte Liste (Zahlen) ist nicht vollständig bzw. nicht abschließend; die Auswahl der Länder wurde mit Jahrbuch der Stadt Chemnitz entnommen. Eine sortierbare Tabelle dieser Grafik finden Sie im Bereich GESAMTSTADT -> AUSLÄNDISCHE BEVÖLERUNG]
Was gerne und oft bei der Herkunftsbeschreibung von Ausländern (im Sinne von nicht-deutscher Staatsbürgerschaft) vergessen wird: nicht wenige „Ausländer“ sind in Chemnitz geboren. In den Jahren 2021-2024 bspw. hatten rund 20 Prozent der Babys zum Zeitpunkt der Geburt keine deutsche Staatsbürgerschaft. Der Anteil ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.
Rund 50 Prozent der in Chemnitz lebenden Ausländer stammen aus nur fünf Ländern: aus der Ukraine (23,5 %), aus Syrien (11,0 %), aus Afghanistan (5,6 %), aus Rumänien (5,2 %) und aus Indien (4,2 %). Mit Tschechien (3,5 %), Russland (3,4 %) und Vietnam (3,1 %) kommen drei weitere Länder hinzu, die jeweils mindestens 3 Prozent der ausländischen Bewohnerschaft von Chemnitz stellen und zugleich mindestens 1.000 Staatsbürger ihres Landes in Chemnitz aufweisen.
Quellen:
- Stadt Chemnitz - Amt für Informationsverarbeitung: "Jahrbuch der Stadt Chemnitz 2019/2020"
- Stadt Chemnitz - Amt für Informationsverarbeitung: "Stadtteile 2019" (und ältere Versionen)
- Stadt Chemnitz - Amt für Informationsverarbeitung: "Quartalsberichte der Stadt Chemnitz" (verschiedene Ausgaben aus den Jahren 2021)
- Stadt Chemnitz: "Flüchtlinge und Asyl - Zahlen und Fakten", abrufbar hier, abgerufen am 24.01.2022
- TU Chemnitz: "Fakten und Zahlen", abrufbar hier, abgerufen am 24.01.2022
- Stadt Chemnitz: Pressemitteilung "Einwohnerstatistik", abrufbar hier, abgerufen am 17.02.2022
- Stadt Chemnitz: Pressemitteilung "Chemnitz hat die 250.000 Einwohner-Marke überschritten", abrufbar hier, abgerufen am 28.06.2023
- Stadt Chemnitz: Antwort auf Ratsanfrage IA-173/2023 "Migration in Chemnitz" v. 14.06.2023
- Stadt Chemnitz: Pressemitteilung "Einwohnerstatistik", abrufbar hier, abgerufen am 15.03.2024
- Stadt Chemnitz: Website der Stadt - Zahlen und Fakten; abgerufen am 16.01.2025
- Stadt Chemnitz - Amt für Informationsverarbeitung: "Jahrbuch der Stadt Chemnitz 2023/2024", abrufbar hier












