Die Entwicklung volkswirtschaftlicher Rahmendaten der Stadt Chemnitz


Wie hoch ist das Bruttoinlandprodukt der Stadt Chemnitz?

Das Bruttoinlandsprodukt der Stadt Chemnitz im Jahr 2020 betrug 8,998 Mrd. Euro.

 

Das Bruttoinlandsprodukt umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes (hier: Stadt Chemnitz) während einer bestimmten Periode (Jahr 2020) produzierten Waren und Dienstleistungen. Es wird in „jeweiligen Preisen“ ermittelt, d. h. es wurden geltende Markt- Preise des Jahres 2020 zu Rate gezogen. Berechnet werden die Werte des Bruttoinlandsproduktes für die mehr als 400 kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland durch den Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" im Auftrag der Statistischen Ämter der 16 Bundesländer, des Statistischen Bundesamtes und des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen, Frankfurt a. M. - die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt zumeist ca. eineinhalb Jahre nach Ende des Berichtszeitraums.


Wie hat sich das Bruttoinlandsprodukt von Chemnitz in den letzten Jahren entwickelt?

Das Bruttoinlandsprodukt der Stadt Chemnitz ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, reduzierte sich aber im Jahr 2020 – in weiten Teilen durch Corona beeinflusst – erstmals wieder. Es sank von 9,30 Mrd. € (2019) um rund 3 % auf 9,00 Mrd. €. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt verringerte sich das Chemnitzer Bruttoinlandsprodukt damit wieder (letztmalig war dies 2008/2009 im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise der Fall). Nach dem Rückgang des BIP 2009 auf 6,62 Mrd. € stieg es 10 x in Folge an und erhöhte sich bis 2019 um mehr als 40 % auf 9,30 Mrd., um dann – vor allem im 2. Quartal 2020 infolge der ersten Corona-Welle und deren Shutdown-Maßnahmen – leicht zu schrumpfen. Für das Jahr 2021 liegen noch keine Werte für Chemnitz vor – das bundesweite Bruttoinlandsprodukt wuchs allerdings preisbereinigt im Vergleich zum Vorjahr um 3 %, sodass auch Chemnitz wieder gewachsen sein müsste.

 

Blickt man noch etwas weiter in die Vergangenheit zurück, so erkennt man im Jahr 2000 ein Chemnitzer Bruttoinlandsprodukt von damals 5,9 Mrd. Euro. Es ist somit in den letzten zwei Jahrzehnten um etwas mehr als 50 % gestiegen.


Wie steht Chemnitz mit seinem Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu anderen sächsischen Städten da?

Der Wert von 9 Mrd. Euro im Jahr 2020 entspricht 7 % des sächsischen Bruttoinlandsproduktes (127,5 Mrd. Euro; Jahr 2020), wobei Chemnitz nur 6 % der Einwohner Sachsens stellt. Dresden mit 23,3 Mrd. Euro und Leipzig mit 22,5 Mrd. steuern weitaus größere Beiträge zur sächsischen Wirtschaftsleistung bei, weisen zusammen allerdings auch mehr als 1,15 Mio. Einwohner auf. Zum Vergleich: Die größten deutschen Wirtschaftsstandorte – klammert man die Stadtstaaten Hamburg und Berlin aus – waren 2019 München (knapp 1,6 Mio. Einwohner) mit einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 120 Mrd. Euro, Frankfurt/Main (0,75 Mio. EW) mit 73 Mrd. €. und Köln (1,1 Mio. EW) mit 66 Mrd. €.

 

Die Unterschiede zwischen den sächsischen Großstädten relativieren sich, betrachtet man die Werte je Kopf: In Dresden beträgt das BIP je Einwohner 41.809 €, in Leipzig 37.831 €, in Chemnitz 36.671 €. Das BIP je EW in Sachsen liegt bei 31.363 € - kreisfreie Städte weisen überall in Deutschland deutlich höhere Werte als Landkreise auf.

 

Nimmt man als Basis nur die arbeitende Bevölkerung eines Gebietes, so sind die Beträge noch einmal deutlich höher: ein Erwerbstätiger erwirtschaftet in Dresden 68.184 €, in Leipzig 64.809 € und in Chemnitz 61.424 €. Der sächsische Durchschnittswert liegt bei 62.042 €.


Wie setzt sich das Bruttoinlandsprodukt von Chemnitz zusammen?

Die Struktur der Wertschöpfung – sprich: die Bedeutung der Sektoren und Branchen für die Wirtschaftsleistung in Chemnitz – entspricht der einer modernen westlichen Großstadt. Die Land- und Forstwirtschaft spielt mit 0,1 % de facto keine Rolle, das produzierende Gewerbe (ohne Bau) trägt 18,5 % und das Baugewerbe 7,6 % bei. Alle weitere Wertschöpfung wird dem großen Bereich der Dienstleistungen zugeordnet (73,8 %, Werte von 2019). Darunter befinden sich die Segmente „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ mit 19,5 %, der Bereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen“ mit 24,0 % sowie mit 30,4% die Gesamtheit der „Öffentlichen und sonstigen Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte mit Hauspersonal“.

 

Das Image von Chemnitz als Industriestadt relativiert sich, wenn man sich die Werte aller 13 kreisfreien Städte und Landkreise in Sachsen anschaut. Chemnitz hat zwar unter den drei sächsischen Großstädten den höchsten Anteil des Produzierenden Gewerbes (inkl. Bau) an der Wertschöpfung (ca. 25 %; Dresden: 23 Leipzig 20 %), liegt damit aber deutlich unter allen zehn Landkreisen Sachsens. Dort macht das produzierende Gewerbe 35 % bis 42 % an der Gesamtwertschöpfung aus.


Wie hat sich die Zahl der Erwerbstätigen in Chemnitz entwickelt?

Die Anzahl der Arbeitsplätze in Chemnitz (Arbeitsort, d. h. auf dem Stadtgebiet von Chemnitz) – gemessen an der Menge der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse – lag Mitte 2021 bei knapp 117.000. Sie ist seit 2013 um knapp 7.000 gestiegen. 44 % der in Chemnitz vorhandenen Arbeitsplätze werden von Einpendlern (51.700) besetzt.


Quelle und Hinweis:

  • Statistisches Landesamt Sachsen: Pressemitteilung vom 29.06.2022
  • Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" im Auftrag der Statistischen Ämter der 16 Bundesländer, des Statistischen Bundesamtes und des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen, Frankfurt a. M.
  • Für das Jahr 2021 liegen auf Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise in Sachsen noch keine Werte vor.