Wohnungen und Wohngebäude

In Chemnitz existieren je nach Quelle zwischen 155.200 und 158.300 Wohnungen. Das Gebäuderegister der Stadt Chemnitz wies zum 31.12.2017 ca. 157.400 Wohnungen in 33.500 Wohngebäuden (ohne Wohnheime) aus – hochgerechnet auf Stand Ende 2019 158.260. Etwa 45 % dieser Wohnungen (70.700) hatten bis zu zwei Wohnräume, weitere 36 % drei (56.100), 13 % vier und 7 % fünf und mehr Wohnräume (Stand 12/2017; aktuellere Werte liegen noch nicht vor). Das Statistische Landesamt Sachsen veröffentlicht nach neueren Zensus-Werten eine Wohnungsanzahl von 155.200 Wohnungen in 32.800 Wohngebäuden und einer nicht genannten Anzahl an Nicht-Wohngebäuden (Stand 12/2019). Insgesamt betrachtet weist Chemnitz seit 2013/14 wieder leicht steigende Wohnungszahlen (je nach Quelle: +1.420 bis +2.050) auf, nachdem sich zuvor Neu- und Rückbau einige Jahre die Waage gehalten hatten.

 

Nach starken Wohnungsrückbaumaßnahmen in den frühen 2000er Jahren ist in den letzten Jahren eine große Konstanz zu sehen – trotz Neubaumaßnahmen sind die vorhandenen Wohnstrukturen in ihrer Gesamtheit nicht einfach „umzukrempeln“. Ein Blick auf beide Quellen zeigt, dass die Zahl der großen Wohnungen leicht zunimmt, während bei kleinen Wohnungen (bis 2 Zimmer) und 3-Raum-Wohnungen – grobkörnig betrachtet im Zeitraum 2011 bis 2016 – von einer Seitwärtsbewegung zu sprechen ist. Mit der verstärkten Bautätigkeit 2017/18 stieg die Zahl aller Wohnungstypen wieder leicht an.

Zahl der Wohnungen und Wohngebäude in Chemnitz (Quelle: Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2021/22)
Zahl der Wohnungen und Wohngebäude in Chemnitz (Quelle: Wohnungsmarkt-Report Chemnitz 2021/22)

Hinweis zur obigen Grafik:

Die unterschiedlichen Angaben zwischen Kommunal- und Landesstatistik bei den Wohnungsgrößen resultieren aus verschiedenartigen Definitionen des Wohnraums. Das Statistische Landesamt definiert unter der Zahl der Wohnräume „alle Wohn-, Ess- und Schlafzimmer und andere separate Räume (z. B. bewohnbare Keller- und Bodenräume) von mindestens 6 m² Größe sowie abgeschlossene Küchen unabhängig von deren Größe“. Das Chemnitzer Wohngebäuderegister zählt „Räume, die für Wohnzwecke bestimmt sind und mindestens eine Wohnfläche von 6 m² aufweisen. Zu den Wohnräumen zählen sowohl Zimmer (z. B. Wohn- und Schlafräume) als auch Küchen (auch unter 6 m² Wohnfläche). Nicht als Zimmer gelten Nebenräume wie Abstellräume, Spei-sekammern, Flure, Badezimmer und Toiletten sowie Kleinsträume unter 6 m²)“.

Daten und Informationen zum Wohnungsleerstand in Chemnitz finden Sie im Bereich Wohnungsleerstand.






Hinweis: aktuellere Zahlen zu den Wohnungen liegen auf Stadtteil-Ebene (veröffentlicht) nicht vor.










Die Grafik zur „Überwiegenden Bausubstanz in den Stadtteilen“ von Chemnitz zeigt, welche Bausubstanz – abgebildet über die Zahl der Wohnungen nach Baujahresklassen – in den einzelnen Stadtteilen am meisten vorhanden ist. Innerstädtisch dominieren normalerweise die „gründerzeitliche Bausubstanz bis 1918“ (gelb markiert, z. B. Schloßchemnitz, Sonnenberg, Kaßberg) oder – wenn der Stadtteil stark im 2. Weltkrieg zerstört wurde – frühe DDR-Gebäude aus der Zeit zwischen 1949 und 1970 (blau markiert, z. B. Zentrum, Lutherviertel, Kapellenberg). Entfernt man sich etwas vom Stadtkern, so kann man einige Stadtteile erkennen, in denen Bausubstanz aus den 1920er und 1930er Jahren dominiert. Im Zuge des Stadtwachstums setzte hier der sog. genossenschaftliche Wohnungsbau der Zwischenkriegszeit ein, der sich als „Gegenentwurf“ zu den Karreestrukturen der Gründerzeit verstand und offener, weniger dicht baute. Im Süden der Stadt wird Chemnitz´ größtes Plattenbaugebiet – das Fritz-Heckert-Gebiet in den Stadtteilen Kappel, Helbersdorf, Morgenleite, Hutholz und Markersdorf – deutlich (lila), das in den 1970er und 1980er Jahren errichtet wurde. Die bereits zuvor gebauten (ersten) großen DDR-Neubaugebiete in Chemnitz, z. B. das Flemminggebiet in Altendorf oder das Hans-Beimler-Gebiet in Gablenz, wurden bereits in den 1960er Jahren gebaut, sodass die genannten Stadtteile blau erscheinen. Am Stadtrand wurde vor allem in den 1990er Jahren viel neu gebaut (zumeist Einfamilienhäuser), sodass hier die Baujahresklasse (rosa) dominiert.

 

Die überwiegende Bausubstanz bildet naturgemäß nur einen Teil der Wahrheit ab. In vielen Stadtteilen existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Wohngebäude- und Wohnungstypen. Bestes Beispiel hierfür ist der Stadtteil Bernsdorf. Von den 8.400 Wohnungen im Stadtteil wurden 1.960 bis 1918 errichtet, weitere 2.010 in der Zwischenkriegszeit, 1.680 in den Jahren zwischen 1949 und 1970 sowie 1.800 zwischen 1970 und 1990. Dazu kommen 980 Wohnungen, die nach 1990 gebaut wurden. Mit 24 % Wohnungsanteil aus der Zwischenkriegszeit (Baujahr 1919-1948) ist Bernsdorf in der Karte grün gekennzeichnet.